Ich werde immer wieder gefragt: Was hat ein paar Schuhe damals gekostet und wie teuer war das für die normale Bevölkerung? Eine sehr gute Frage die sich leider nicht so einfach beantworten lässt. Ich werde einmal versuchen einen groben Überblick darüber zu geben.

Pfennig, Heller und Schilling

Bevor man sich mit den Preisen für Schuhe und Waren im allgemeinen befasst, muss man die damals verwendete Währungen und Umrechnungsfaktoren kennen. Ein ausführlicher Artikel zu den Währungen und Münzarten im 13. Jahrhundert wird später folgen, hier also nur ein grober Abriss.

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Auf den Bachrittertagen 2016 wurde ich von Gerald von Ameningen von Den Ameningern und Historia Sanegauns auf den 5.ten Mittelaltertag nach Sargans (CH) eingeladen.

Mit Freude habe ich diese Einladung angenommen und mich letzten Freitag mit Familie sowie Sack und Pack auf den Weg ins schöne Sarganser Land gemacht. Damit ich nicht ganz so viel Gepäck mitnehmen musste habe ich einen der wenigen Überdachten Plätze bekommen (die Logistik dankt dafür!).

Samstag früh habe ich dann meinen Platz bezogen und mir auch etwas Arbeit mitgenommen.

Eine kleine Auswahl von Schuhen, Leisten und verschiedenen Ledersorten

Für meinen Sohn steht die erste Gewandung an, und da gehört natürlich ein ordentliches paar Schuhe dazu. Also auf ans Werk.

Keine Müdigkeit vortäuschen und auf an die Arbeit. Zunächst steht der Zuschnitt des Oberleders für die neuen Schuhe an.

So habe ich nebenbei gearbeitet und versucht alle Fragen möglichst zufriedenstellend und Detailgetreu zu beantworten. Hoffentlich ist mir das gelungen. Zumindest wurde ich nicht in den Brunnen getunkt…wobei…ab und zu Abkühlung…aber klagen auf hohem Niveau!

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Schuhe mit doppelter Sohle nach Altenberger Fund

In der Bergbauwüstung Altenberg, im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen, finden sich neben Textil- und Metallfragmenten auch mehrere fast vollständig erhaltene Schuhe und weitere Lederfunde. Die Lederfunde sind bis auf einen Lederrest auf das Jahr 1235 +- 6 Jahre datiert 1.

Das besondere an einigen Schuhen sind die erhaltenen Doppelsohlen die den Vorderfuß und den Absatz bedecken. Im Gegensatz zu Sohlenflicken, wie man sie in Schleswig, Konstanz oder Lübeck findet, handelt es sich bei den Altenberger Doppelsohlen nicht um Flicken, sondern um schon bei der Herstellung angebrachte Verstärkungen 2. Vermutet wird das diese Doppelsohle als Schutz des Bergarbeiter vor spitzen Steinen und Geröll und ggf. auch als Abrutschsicherung auf Leitern diente. Im Gegensatz dazu dienen Innensohlen, bspw. aus Schleswig 3 und Konstanz 4 ab 1200, eher dem vorbeugen des Verschleiß. Die eigentliche Konstruktion ist weiterhin ein wendegenähter Schuh und daher nicht mit den rahmengenähten Schuhen späterer Zeit zu verwechseln. Erst im 15.ten Jahrundert wird die außen angenähte Doppelsohle, im Zuge der Transformation zu rahmengenähten Schuhen, häufiger 5.

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Neue Sommerbeinlinge aus Birkengelben Wollköper

Da ich derzeit meine gesamte Ausrüstung von chemisch auf pflanzlich gefärbte Stoffe umstelle, war es an der Zeit meine alten Beinlinge durch neue auszutauschen.

Das alte paar Beinlinge aus chemisch gefärbtem grau-melierten 2/2-Wollköper

Als Vorlage dienten bei diesen die erhaltenen Beinlinge aus dem Grab des Erzbischof von Bremen 1, datiert auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Dieses paar hat sich sehr gut erhalten und besteht aus insgesamt 4 Teilen:

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Schuhtyp: Typ Apotekaren

Riemenschuh mit spitz zulaufender Öffnung über Rist - 2. Viertel 13. Jhd. bis Ende 13. Jhd

Fundorte

Kolberg (PL) 1225-13001
Lund (SE) 13. Jhd.2
Schleswig (DE) 1250-13003 und 13. Jhd.4

Beschreibung

Halbschuh mit Schnürriemen als Verschluss über dem offenen Rist. Die Schnürriemen sind durch Schlitze im Schaft auf beiden Seiten des Einschlupfes an den Schaft geheftet, mittels Knoten oder einer Umkehrschlaufe gegen durchrutschen gesichert. Charakteristisch ist die tief ausgeschnittene und Spitz zulaufende Öffnung über dem Rist.

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