Neue Sommerbeinlinge aus Birkengelben Wollköper

Da ich derzeit meine gesamte Ausrüstung von chemisch auf pflanzlich gefärbte Stoffe umstelle, war es an der Zeit meine alten Beinlinge durch neue auszutauschen.

Das alte paar Beinlinge aus chemisch gefärbtem grau-melierten 2/2-Wollköper

Als Vorlage dienten bei diesen die erhaltenen Beinlinge aus dem Grab des Erzbischof von Bremen 1, datiert auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Dieses paar hat sich sehr gut erhalten und besteht aus insgesamt 4 Teilen:

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Schuhtyp: Typ Apotekaren

Riemenschuh mit spitz zulaufender Öffnung über Rist - 2. Viertel 13. Jhd. bis Ende 13. Jhd

Fundorte

Kolberg (PL) 1225-13001
Lund (SE) 13. Jhd.2
Schleswig (DE) 1250-13003 und 13. Jhd.4

Beschreibung

Halbschuh mit Schnürriemen als Verschluss über dem offenen Rist. Die Schnürriemen sind durch Schlitze im Schaft auf beiden Seiten des Einschlupfes an den Schaft geheftet, mittels Knoten oder einer Umkehrschlaufe gegen durchrutschen gesichert. Charakteristisch ist die tief ausgeschnittene und Spitz zulaufende Öffnung über dem Rist.

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Schuhtyp: Typ Zürich

Riemenschuh mit spitz zulaufender Öffnung über Rist - 4. Viertel 13. Jhd. bis 1. Viertel 14. Jhd.

Fundorte

Chillon Castle (CH)1, ca. 1275
Konstanz (DE)2
Schleswig (DE)3, nach 1280

Beschreibung

Charakteristisch für diesen Halbschuh ist die tief ausgeschnittene und Spitz zulaufende Öffnung über den Rist. Geschlossen wird er mittels zweier Riemen die über dem Rist verknotet werden.

Einteiliger Zuschnitt des Oberleders mit Einsätzen um diesen auf die notwendige Länge zu verlängern. Die Naht zum schließen des Oberleders liegt auf der Fußinnenseite und ist leicht in Richtung Fußspitze geneigt. Die Schnürriemen sind zumeist an das Oberleder angeschnitten und nicht separat angenäht, was zu einem hohen Materialverbrauch führt. Fersenpartie leicht angehoben. Die Schaftrandeinfassung läuft um die gesamte Schaftönung und endet bei den Schnürriemen im ersten Drittel. Fersenverstärkung möglich. Alle gefundenen Exemplare sind von der Größe her Erwachsenenschuhe.

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Wendegenähte Schuhe

Hier finden sich einige Beispiele von wendegenähten Schuhen die ich hergestellt habe. Alle Exemplare sind aus vegetabil gegerbten Leder mit Hanf oder Leinenzwirn genäht.

Eine ziemlich gute Frage: Welche Schuhtypen gab es eigentlich alles?

Dieser Frage hatte ich mich vor ca. 1 Jahr gewidmet und für alle mir bekannten Schuhtypen des 13. Jhd. eine einseitige Zusammenfassung erstellt. Diese habe ich dann im Mittelaterforum veröffentlicht wo sie der ein oder andere schon gesehen hat.

Nun finden sich diese Zusammenfassungen auch hier im Downloadbereich. Die Namensgebung richtet sich dabei nach dem Buch von marquita Volken1.


  1. [Volken.2014] ↩︎