Kugelärmel für das 13.te Jahrhundert?

Ja, das geht! Neben den geraden Ärmelschnitten die man an vielen Funden des 13. Jahrhundert findet (bspw. das Hemd von Ludwig IX von Frankreich oder dem Obergewand der hl. Klara von Assisi) gibt es auch Ärmel die eine deutliche bessere Passform aufweisen und sich dadurch auch angehmer Tragen: Kugelärmel. Diese entsprechen dem heute wahrscheinlich am häufigsten verwendeten Schnitt für Ärmel. Aber auch schon für das 13.te Jahrhundert (und davor) lässt sich diese Form der Ärmel nachweisen. Beispielhaft genannt sein hier

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Als Essgeschirr kommt man nicht umher sich auch irgendwann einmal mit gedrechselten Holzschüsseln zu beschäftigen. Schließlich gehören gedrechselte Holzwaren wahrscheinlich mit zu den meistegenutzten Gegenständen im häuslichen Leben des 13. Jahrhunderts.

Im Augustiner Eremitenkloster in Freiburg (Müller) hat man viele gedrechselte Schüsseln gefunden. Die Schüsseln von Tafel 6 Nr. 9,10,15,18 und Tafel 4 Nr. 14,15,16,17 und Tafel 7 Nr. 9, 10 sind alle auf das späte 13 Jhd. datiert.

Alle Schüsseln sind aus Ahorn gedrechselt und haben eine oder zwei Rillenverzierungen auf der Außenseite. Das Formbild ist insgesamt über alle Funde ziemlich ähnlich. Auch die Abmessungen mit

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Karolingische Tulpenstiefel

Üblicherweise mache ich Hoch/Spätmittelalterliche Schuhe. Doch ab und zu mal verirrt sich auch eine etwas andere Anfrage zu mir. Und wenn diese Interessant ist mache ich das auch gerne. So auch in diesem Fall. Gewünscht waren Karolingische Tulpenstiefel wie man sie im Stuttgarter Psalter, auch Cod.bibl.fol.23 datiert auf ca. 620-630, findet.

Abbildung von Tulpenstiefel aus dem Stuttgarter Psalter (ca. 620-630)

Die Bezeichnung kommt durch die Markante Form des Schaftrandes. Leider gibt es keine Funde karolingischer Stiefel dieser Form, daher ist man rein auf die Abbildungen im Stuttgarter Psalter beschränkt. Doch diese zeigen immer ein ungefähr gleiches Bild:

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Lange lange habe ich nichts neues geschrieben. Aber immerhin war ich Produktiv was die Herstellung von Schuhen anging. Einige Exemplare haben die letzten Monate meine Werkstatt verlassen und diese möchte einmal kurz hier vorstellen.

Knöchelhohe Schuhe aus Rindsleder

Hier ein paar etwa knöchelhohen Schuhen mit Schnürrverschluss. Einer der am häufigsten gefunden Exemplare für das 13. Jhd., der auch noch weit davor und danach getragen wurde 1. Bei den hohen Varianten reicht der Schaft etwa bis zur Mitte der Wade und wird mittels eines einzelnen, zwei oder mehr umlaufenden Schnürriemen verschlossen. Die Schnürriemen werden durch paarweise angeordnete vertikale Schlitze im Schaft gezogen und an der Seite verknotet. Die Schlitze sind in Reihen an der linken und rechten Seite und gelegentlich vorne über dem Schienbein angeordnet. Dieses Paar ist aus vegetabil gegerbten Rindsleder.

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Nähte bei wendegenähten Schuhen

Bei der Herstellung eines wendegenähten Schuhs kommen verschiedene Nähte zum Einsatz. Diese lassen sich anhand der Fadenabdrücke im Leder und der Art wie die Löcher verformt sind voneinander unterscheiden.

Die bekannteste Notation der verschiedenen Nahtvarianten wurde von Olaf Goubitz erstellt (Goubitz) und wird in den meisten moderneren Fundberichten auch so verwendet. Goubitz unterscheidet 11 verschiedene Typen von Nähten am Oberleder. Die für das 13te Jahrhundert Relevanten habe ich hier zusammengefasst.

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